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Finanzierung im Studium

Immer mehr Schulabgänger visieren das Studium als nächsten Etappenschritt an. Die Ausbildung durch die Hochschule erfolgt allerdings ohne Vergütung.

Wenn man dann auch von zuhause auszieht, bleibt die Frage der Studienfinanzierung. Zum Glück sind bis auf wenige Studiengänge in Bayern die Studiengebühren an staatlichen Universitäten abgeschafft worden. Dementsprechend fallen diese Kosten weg. Doch die Semesterbeiträge stehen trotzdem an. Sie bedeuten durchaus mehrere hundert Euro im halben Jahr. Wenn zu dem die Lebenshaltungskosten herangeschafft werden müssen, steigt einem das schnell mal zu Kopf. Ob per Bildungsfonds, Studienbeitragsdarlehen oder Bildungskredit. Wo das Geld für den neuen Lebensabschnitt herkommen kann, erklären wir hier.

 

Kindergeld 

Das Kindergeld, das für gewöhnlich an deinen gesetzlichen Betreuer (meist Elternteil) ausgezahlt wird, steht dir bei einem eigenfinanzierten Leben zur Verfügung. Wieviel das ist, hängt von deinen Familienverhältnissen ab. Das erste und zweite Kind erhalten 190 Euro, das dritte 196 und ab dem vierten Kind sind es dann 221 Euro. Wichtig ist, dass du eine Ausbildung oder ein Studium absolvierst und dort angemeldet bzw. immatrikuliert bist. Somit wird sichergestellt, dass du eine ernstzunehmende Ausbildung verfolgst und das Kindergeld dir auch zusteht. Natürlich bekommt man es nicht sein Leben lang, da könnte ja jeder kommen. Nein, bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres besteht die Möglichkeit, die Finanzspritze zu erhalten.

Das Kind kann in der Regel keinen Antrag auf Kindergeld stellen. Das kommt immer direkt auf das Konto der Eltern. Das Geld soll dem Kind zu Gute kommen. Wenn die Eltern die Unterhaltspflicht vernachlässigen oder nicht erfüllen, kann ein Antrag auf eine Abzweigung des Kindergelds an ein volljähriges Kind erfolgen.

 

Studentenjob 

Eine durchaus gängige Methode der Finanzierung ist der Studentenjob. Je nach Fähigkeiten und Interessen kannst du dich in deiner Umgebung nach einem Platz zum Jobben umsehen. Klassische Studentenjobs sind zum Beispiel Kassierer/in, Kellner/in oder Pizzalieferant/in. Bestenfalls sollten sich deine Arbeitszeiten nicht mit Vorlesungen überschneiden und flexibel sein. Wenn du noch andere Finanzierungsmodelle in Anspruch nimmst, wie etwa BaföG, musst du dich informieren, inwiefern das Auswirkungen hat und wo du dein neugewonnenes Einkommen angeben musst.

 

Stipendium 

Eine angenehme Finanzierung des Studiums und der Kosten drum herum ist ein Stipendium. Wenn ihr ein Stipendium erhaltet, bekommt ihr Geld, dass euch gehört. Es ist nicht geliehen und muss an niemanden zurückbezahlt werden. Es gibt Unmengen an Stipendien-Angeboten mit den verschiedensten Anforderungen an ihre Bewerber. Unser Schülerstipendium beispielsweise, fördert mit 1.200 Euro euren Traum. Das Geld kann so bei der Startfinanzierung eures Wunsch-Studiums helfen.

Die Stipendien-Datenbank auf e-follows führt eine hinreichende Auflistung der meisten Stipendien-Angebote aus Deutschland und dem Ausland auf. Ein Stipendium ist sicherlich eine bequeme Art der Finanzierung, doch der Weg dahin ist oft nicht so einfach wie man denkt.  Mögliche Kriterien für ein Stipendium können sein:

  • Ausgezeichnetes soziales Engagement
  • Besondere Leistungen in einem speziellen Bereich
  • Dringliche Benötigung von Unterstützung
  • Herausragende, zukunftsorientierte Ideen
  • Wissenschaftliche Projekte
  • Bestnoten

 

Bafög 

Das Berufsausbildungsförderungsgesetz ist ebenfalls sehr beliebt bei Studierenden. Man bekommt eine monatliche Förderung und muss nur die Hälfte davon zurückzahlen und zwar ohne Zinsen. Ob man Anspruch auf dieses Fördergeld hat, ist mit dem zuständigen Amt zu klären. Jede Hochschule ist einem BAföG-Amt oder Studentenwerk zugeteilt und hat dort Ansprechpartner für die Studis. Man kann nicht pauschal sagen, wer dieses Geld bekommt und wer nicht. Dafür ist die Gesetzeslage zu komplex. Das ist unter anderem abhängig von der Wohnsituation, dem Einkommen der Eltern und dem Alter. In der Regel bekommt man kein BAföG mehr, wenn man bei seinem Studienbeginn älter als 30 Jahre ist. Beim Master-Studium sollte man die 35 Jahr-Marke noch nicht geknackt haben.

Da der bürokratische Ablauf sehr umfangreich ist, ist es wichtig, den Antrag so früh wie möglich einzureichen. Nicht Tage oder Wochen, sondern Monate vorher. Es gibt eine Frist, die angibt, bis wann man alle Formulare eingereicht haben sollte (ausgenommen Immatrikulation), damit man seine Förderung auch rechtzeitig zu Semesterbeginn erhält.

Dinge, die unter anderem für den Antrag eingereicht werden müssen:

  • Formblatt mit persönlichen Daten
  • Formblatt mit Auskunft über das Studium und die Hochschule
  • Kontoauszüge
  • Immatrikulation
  • Mietvertrag
  • Einkommenserklärungen

 

Überbrückungsdarlehen 

Eine ebenfalls vom Studentenwerk vergebene Förderung ist das Überbrückungsdarlehen. Das ist eine besondere und in der Regel einmalige Art der Zahlung. Sie wird gestattet, wenn sich der Auszubildende oder Studierende kurzfristig in einer wirtschaftlichen Notlage befindet. Im Gegensatz zum BAföG muss diese allerdings in vollem Umfang zurückerstattet werden. Außerdem müssen der erfolgreiche Studienverlauf und eine Absicherung der Rückzahlung nachgewiesen werden. Die Auszahlung ist bedarfsabhängig, beträgt aber maximal 1.340 Euro. Sie wird auf einmal oder in zwei Raten mit höchstens 670 Euro ausgezahlt. Die Karenzphase (Start bis zur Abzahlung) beträgt einen Monat. Die Rückzahlung darf maximal 24 Monate andauern.

 

Bildungskredit 

Der beliebteste Bildungs- und somit auch Studienkredit wird von der öffentlichen KfW Bankengruppe finanziert. Der Antragsprozess ist relativ simpel. Dafür sollte man zu einem Vertriebspartner der KfW gehen und sich persönlich damit befassen. Immerhin muss auch ein Vertrag unterschrieben werden. Zu den Vertriebspartnern gehören verschiedene Banken. Zum Beispiel die Commerzbank oder Deutsche Bank.

Die Auszahlung erfolgt monatlich. Eine Volljährigkeit steht als erste Anforderung dem Kredit entgegen. Die Höchstgrenze des Alters beträgt 36 Jahre. Der Kredit kann bis zu sieben Jahre gezahlt werden. Die Rückzahlung erfolgt mit Zinsen und startet frühestens sechs Monate, spätestens 23 Monate nach Studienabschluss.

In welcher Höhe der Kredit ausgezahlt wird, ist frei wählbar. Allerdings besteht der Höchstsatz von 650 Euro. Wieviel man wirklich benötigt, sollte gut kalkuliert sein, immerhin muss das gesamte Kapital plus Zinsen zurückbezahlt werden. Schnell gerät man in eine Überschuldung. Deshalb ist genau zu berechnen, ob man mit einem anderen Finanzierungsmodell „günstigeres“ Geld zu bekommen ist. Zum Beispiel mit BAföG.

 

Bildungsfonds 

Ein Bildungsfond ist wie ein Topf voll Geld. Private Geldgeber und institutionelle Anleger legen Vermögen hinein, um Studenten ihre Studienzeit finanziell zu erleichtern. Sie stellen den Topf also zur Verfügung und wenn man berechtigt ist diese Unterstützung in Anspruch zu nehmen, bekommt man monatlich einen Teil davon ausgezahlt. Es gibt ein paar Richtlinien: Du bekommst nur soviel Geld, wie du wirklich benötigst. Die Finanzierung ist auf die persönliche Situation zugeschnitten. Dieses Konzept bleibt bei der Rückzahlung bestehen. Es gibt keinen festgelegten Zinssatz oder monatlich festgelegte Raten, die ab einem bestimmten Zeitpunkt zu zahlen sind. Allerdings startet die Rückzahlung zeitgleich mit dem ersten festen Arbeitsplatz nach dem Studium. Die Höhe der monatlichen Rückzahlungsrate richtet sich nach deinem Bruttogehalt. Je mehr du verdienst, desto höher ist auch die Rate und der Zinssatz. Wenn du also durchgehend arbeitslos bist, kann es sein, dass das Geld niemals in den Fond zurückgezahlt werden muss. Die Anbieter von Bildungsfonds haben allerdings alle ihre eigenen Regeln. Ob die Rückzahlung vorher in irgendeiner Weise festgelegt wird oder nicht und was die Mindestverzinsung ist, ist beim jeweiligen Anbieter direkt zu erfragen. Informiert euch von Anfang an gut und vergleicht unterschiedliche Anbieter um euch vor Überschuldung zu schützen.

 

Studienbeitragsdarlehen 

Die Studiengebühren für staatliche Hochschulen in Deutschland sind abgeschafft. Das gilt allerdings nicht für die berufsbegleitenden Studiengänge.

Den fehlenden Studiengebühren entsprechend, werden nur noch vereinzelt Beitragsdarlehen angeboten. Als überall die Studiengebühren noch Pflicht waren, haben viele Banken die Studienbeitragsdarlehen angeboten und im Gegenzug nur eine gering verzinste Rückzahlung vorausgesetzt. Beim Studieren benötigst du diese Art der Studienfinanzierung nicht mehr. Dennoch gibt es genügend ältere Generationen, die immer noch mit Zurückzahlen beschäftigt sind. Als Voraussetzung für ein Studienbeitragsdarlehen, gilt das Studium mit Beitragspflicht.